Ein Geschäftsfeld der:

Biogene Dämmstoffe aus Hanf, Schilf und Laub

Förderprogramm

Zukunft Bau – Forschungsförderung

Projektlaufzeit

01.03.2024 – 31.08.2026

Projekttitel

Entwicklung eines Korrelationsmodells für die Herstellung von Dämmstoffmatten aus Pflanzenreststoffen, Az. 10.08.18.7-23.10

Zukunft Bau – Das Projekt auf einen Blick

Zukunft Bau ist ein Verbundprojekt des ITUN der TU Bergakademie Freiberg und der LAUTECH zur Entwicklung innovativer Baustoffe auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo), wie Hanf, Schilf und Laub. Ziel ist es, Dämmstoffe und nichttragende Innenausbauplatten aus 100 % NaWaRos im Sinne der Ganzpflanzenverwertung als klimafreundliche Alternative zu konventionellen Baustoffen, wie Gipskartonplatten oder Mineralwolle, herzustellen.

Das Projekt verbindet Nachhaltigkeit, technische Leistungsfähigkeit und industrielle Umsetzbarkeit und leistet damit einen konkreten Beitrag zur Transformation der Bauwirtschaft.

Ausgangssituation: Warum neue Baustoffe dringend gebraucht werden

Die Bauindustrie zählt zu den größten CO₂-Emittenten weltweit. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2018 rund 33,7 Millionen Tonnen Zement produziert. Dies verursacht einem Treibhausgasausstoß von 19,88 Millionen Tonnen (CO2eq).

Gleichzeitig führt der Abbau von Kohle (denn Gips ist ein Nebenprodukt der Kohleverstromung) zu massiven Eingriffen in Ökosysteme. Im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung bis 2038 endet auch die Ressource Gips in Deutschland, wodurch Engpässe entstehen, Transportwege länger und Kosten höher werden.

Diese Entwicklung macht deutlich:
Die Bauwirtschaft steht vor einem grundlegenden Wandel. Steigende Anforderungen an Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz verlangen nach neuen Materialien, die wirtschaftlich, leistungsfähig und nachhaltig zugleich sind. Die Bauwirtschaft braucht also neue, klimafreundliche und ressourcenschonende Materiallösungen im industriellen Maßstab.

Projektziel: Aus regionalen Reststoffen werden hochwertige Baustoffe

Jedes Jahr fallen große Mengen an pflanzlichen Reststoffen an, die bisher kaum stofflich genutzt werden. Hanfstroh aus der Lebensmittel- und Kosmetikproduktion, Schilf aus Gewässerpflege sowie Laub aus kommunaler Grünpflege besitzen jedoch ein enormes Potenzial als Rohstoff für die Bauindustrie.

Durch ein neuartiges Herstellungsverfahren werden diese Pflanzenbestandteile aufbereitet und zu stabilen Dämmmatten und Innenausbauplatten verarbeitet. Dabei kommen ausschließlich natürliche Bindemittel aus pflanzlichen Inhaltsstoffen zum Einsatz. Kunststoffe, synthetische Klebstoffe oder fossile Zuschlagstoffe können dadurch weitgehend ersetzt werden.

Biogene Baustoffe: Die nachhaltige Alternative zu Gips, Polystyrol (EPS), Mineralwolle usw.

Biogene Baustoffe aus Hanf, Stroh und Laub sind moderne und organische Materialien. Das enthaltene Lignin agiert zudem als natürlicher Klebstoff. Dadurch funktionieren diese Baustoffe ohne künstliche Bindemittel wie Harze o.ä. und kommen ohne CO₂-intensiven Herstellungsprozess aus.

Stattdessen speichern Sie sogar CO₂ während der Wachstumsphase und verbessern durch die wärmedämmenden Eigenschaften auch noch die Energieeffizienz von Gebäuden sowie das Raumklima. Gleichzeitig werden durch den Einsatz regionale Reststoffe, die sowieso anfallen, genutzt, statt fossile Rohstoffe.

Biogene Baustoffe sind langlebig, widerstandsfähig und deutlich umweltfreundlicher als klassische Baustoffe.

Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick

Speichert CO₂ statt es zu verursachen

Verbessert Energieeffizienz und Raumklima

Ressourcenschonende Herstellung

Nutzt regionale Reststoffe statt fossile Rohstoffe

Probemuster zweier Innenausbauplatten aus gepresstem Hanf (ohne Bindemittel) und Schüttdämmung aus Hanf

 

Projektinhalte und Arbeitsschwerpunkte

Im Projekt Zukunft Bau werden Dämm- und Innenausbauplatten aus Biogenen Ausgangsstoffen entwickelt und getestet.

Zentrale Inhalte des Projekts

Ziel ist es, den Sprung von der Forschung in die industrielle Anwendung vorzubereiten.

Warum Biogene Baustoffe für Unternehmen relevant sind

Konkrete Vorteile auf einen Blick

CO₂-Speicherung im Gebäude selbst statt Emissionen bei der Materialherstellung

Hohe technische Leistungsfähigkeit für anspruchsvolle Anwendungen

Regionale Rohstoffe und kurze Lieferketten

Unterstützung von ESG-, Nachhaltigkeits- und Klimazielen

Neue Produkt- und Geschäftsmöglichkeiten

Das Projekt zeigt, wie nachhaltige Baustoffe wirtschaftlich und skalierbar umgesetzt werden können.

Einsatzmöglichkeiten in der Praxis

Neubau von Gebäuden

Biogene Baustoffe eignen sich hervorragend zur Dämmung und zum Innenausbau von Gebäuden, vor allem für Zukunftsmärkte, wie CO₂-speichernde Gebäude und klimaneutrale Quartiere

Sanierung von Gebäuden

Wärme-, Kälte-, Schalldämmung und Feuerbeständigkeit machen biogene Baustoffe ideal für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, sowie im Denkmalschutzbereich.

Nachhaltigkeitsstrategien

Messbare CO₂-Reduktion und ressourcenschonende Materialkonzepte lassen sich hierdurch ideal für Private und öffentliche Bauherren sowie für Unternehmen umsetzen.

Mehrwert für Region und Wirtschaft

Das Projekt Zukunft Bau stärkt die Lausitz als Innovations- und Forschungsstandort sowie die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Region durch:

  • Aufbau einer nachhaltigen Materialwirtschaft
  • Reduzierung CO₂-intensiver Produktionsprozesse
  • Entwicklung neuer regionaler Wertschöpfungsketten im Bereich GreenTech
  • Stärkung der Forschungs- und Entwicklungskompetenz in Sachsen

So entstehen langfristige wirtschaftliche Impulse und strukturelle Vorteile für die Region.

Unsere Projektpartner

Das Forschungsprojekt Zukunft Bau  wird gemeinsam mit starken Partnern aus Forschung und Wirtschaft umgesetzt:

Interesse an biogenen Baustoffen oder der Forschungsförderung Zukunft Bau?

Sie möchten nachhaltige Baustoffe einsetzen, weiterentwickeln oder eigene Ideen einbringen? Oder suchen einen Projekt- oder Forschungspartner?

Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf den Austausch und neue Kooperationen.